Facetten-Palast, 1433
Der Bischofspalast (Facetten-Palast) ist praktisch das einzige Bauwerk des ehemaligen Sitzes des Bischofs , das heute gut erhalten ist. Sein Zustand ist typisch für das mittelalterliche Gebäude, das mehrfach umgebaut wurde und dessen Zweckbestimmung sich ständig änderte. Hinter der gewöhnlichen Fassade ist aber viel Interessantes versteckt. Wenn wir nur in Gedanken drei Meter Kulturschicht wegnehmen und die paarweise angeordneten Spitzbogenfenster und die von Säulen begleiteten Spitzbogenportale an die Fassade zurücksetzen, erscheint es vor uns etwas, was für die altrussische Architektur gar untypisch ist. Diese Besonderheiten, die in der Innenausstattung des Prunksaals mit Gewölberippen noch offenbarer werden, erklären sich daraus, dass laut Befehl von Euthymius II der Bischofspalast von den russischen und deutschen Baumeister errichtet wurde.
Im 15. Jahrhundert fanden im Saal feierliche Empfänge und Tagungen statt, sondern hier wurde auch Gericht gehalten. Deshalb stellen die Freske, die die Nischen an den Fassaden und im Saal verzieren, Kompositionen mit religiösen („Christus Pantokrator“), sowie mit rein dekorativen weltlichen Motiven („Zopf“, zarte Blumen) dar.
Der Bischofspalast spielte in der Geschichte Russlands eine sehr wichtige Rolle. Gerade hier sagte Ivan III. am 15. Januar 1478: „die Wetsche-Glocke werde nicht in unserer Heimat in Novgorod sein, aber den Staat sollten wir als ihre großen Fürsten halten“.
Ein Jahrhundert später, mit dem Fest im Palast, das Erzbischof Pimen zu Ehren Iwan des IV. des Schrecklichen veranstaltete, begann die Zerschlagung der Stadt durch Opritschnina. Daran erinnerten sich mit Entsetzen viele Generationen der Nowgoroder. Eine der Sagen behauptet: Es wurde so viel heißes Blut in Wolchow geflossen, dass er seitdem sogar in der grimmigsten Kälte nicht völlig vereist.
Lange Zeit – 16.-19. Jh. – wurde der Bischofspalast als Kirche benutzt. Zur Zeit befinde sich da der Bestand und die Ausstellung der altrussischen angewandten Kunst und Schmuckkunst, und im benachbarten Ioannovsky Gehäuse gibt es die Ausstellung „Altrussische Stickerei des 11.-17. Jh.“. sie sind von 10 bis 18 Uhr geöffnet, außer mittwochs und am letzen Freitag des Monets.

